Barcoded

Der Mensch ist ein Herdentier heißt es immer. Wir unterwerfen uns einem starren Korsett aus Regeln um von einer Gesellschaft akzeptiert zu werden in der jegliche Individualität zu verschwinden droht. In der wohligen Geborgenheit dieser Anonymität lauern wir auf jeden der in irgendeiner Weise aus der Masse auszubrechen droht, nur um ihn dann möglichst schnell in unser Kollektiv zurück zu reißen. Wenn dies nicht gelingt, strafen wir die Außenseiter mit Verachtung oder verehren sie gottgleich. Was den Unterschied zwischen Bewunderng und Abscheu ausmacht, ist meist nicht erklärbar oder zumindest nur schwer verständlich.

Das Stück „Barcoded“ ist eine experimentelle Performance die Breakdance als tragendes Stilelement einsetzt. Es mischt den Tanz, mit Sprache, Musik, Schauspiel, Video und innovativem Lichtdesign. Der Tanz wird dabei von den ihm anhaftenden Klischees befreit und instrumentalisiert um ein ernsthaftes gesellschaftskritisches Thema präsentieren zu können. Das Stück behandelt auf mehreren Ebenen die Problematik von vorschneller Kategorisierung, Erwartungshaltungen, Individualismus und das Phänomen von subjektiver Realität die nur vom Standpunkt des jeweiligen Subjekts abhängt. Es beinhaltet eine leicht verständliche narrative Ebene, die es jedem Zuschauer ermöglichen wird dem Stück zu folgen, eine gesellschaftskritische Ebene, die sich vor allem mit Gruppenzwang und subjektiver Realität beschäftigt und eine Ebene die gezielt Kritik an der Unkultur und den teilweise äußerst engstirnigen Ansichten innerhalb der angeblich so liberalen und toleranten Hip Hop Szene übt.

Die Protagonisten leben innerhalb unserer westeuropäischen kapitalistischen Welt und bemühen sich den Erwartungen der jeweils anderen bestmöglich gerecht zu werden. Nacheinander scheitern Sie an den teils realistischen, teils völlig überzogenen Ansprüchen der Anderen bis Sie sich selbst ins gesellschaftliche Abseits gestellt haben. In dieser Randposition, die sich symbolisch als Gefängnis manifestiert, kämpfen Sie um die Erkenntnis, dass all die Grenzen und Maßstäbe nach denen sie sich richten Hirngespinste sind und nur im Kopf existieren. Die Befreiung des Geistes von den indoktrinierten Zwängen wird zum bestimmenden Thema im Finale des Stücks.

Barcoded Trailer from Artfeeders on Vimeo.

Künstlerische Leitung: FraGue Moser
Musik: Gerda Kindler
Tanz: Tobias Huber, Valentin Alfery, Michael Siller, Moritz Steinwender, FraGue Moser

Fotostrecke zum Stück auf Picasa Webalben

Unterstützung

Dieses Stück wurde realisiert dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Kunst und Kultur, der Kulturabteilung der Stadt Salzburg, des Salzburger Sparkasse Kulturfonds und des Odeion Kulturforums Mayrwies.
Vielen Dank für die Unterstützung.

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