ELSEWHERE – Die Locationsuche

Nachdem wir uns entschieden haben den neuen Film im postapokalyptischen Stil zu drehen, haben wir auch dementsprechende Locations gebraucht. Je heruntergekommener und verlassener, desto besser! Wir haben uns unter Bekannten umgehört, uns im Internet informiert und mussten tollerweise feststellen, dass es in Salzburg und Umgebung genügend Locations für unser Vorhaben gibt. Wir haben uns aufs Motorrad geschwungen und los! Der stillgelegte Marmorsteinbruch in Grödig sah zwar auf Bildern gut aus, aber in Echt doch nicht. Direkt davor ist das Mülldepot von Grödig, das den Weg zum Steinbruch versperrt. Das hat also nicht geklappt. Der kleine Bunker in Gneis war viel zu klein. Wir besuchten dann auch FraGues Verwandte in Oberösterreich, die einen sehr schönen, alten Bauernhof haben. Er hat zwar unseren Vorstellung entsprochen, war von Salzburg jedoch zu weit weg. Eine tolle Location war der Kiefer Steinbruch in Fürstenbrunn, wo im Sommer jedes Jahr die Summer Academy der bildenden Künste statt findet. Es war so traumhaft ruhig, gute Luft, schönes Wetter, frisches Wasser und ein atemberaubender Blick auf die Stadt.

 

Kiefer Steinbruch – halb fertige Statuen. Bevorzugtes Thema: nackte Frauen – Foto Gerda

 

Im Kiefer Steinbruch – Foto FraGue

 

Wir besuchten für die Hexenszene die Glasenbach Klamm. Die war sehr schön, aber extrem stark von Familien mit Kleinkindern und Radfahrern besucht, die teilweise ziemlich schnell und gefährlich unterwegs waren. Uns war klar, dass wir dort nicht in Ruhe arbeiten könnten. Der Aigner Park erwies sich dagegen als perfekt. Nicht nur, weil es dort viel ruhiger zugeht, sondern, weil sich auch eine Höhle, das sogenannte Hexenloch dort befindet. Will man einen besseren Platz für eine Hexenszene??? Eine Höhle mit einem Wasserfall und einem Plateau. Leider ein bisschen rutschig und gefährlich. Ich fand von den Tänzern und vom ganzen Team sehr mutig sich für diese Location zu entscheiden, denn ich hatte Schiss, und es hat einiges von uns allen abverlangt. Also nachträglich: Hoch Achtung an Alle!!!

FraGue bei der Glasenbachklamm -photo Gerda

 

Das Hexenloch im Aigner Park – photo FraGue

Für die Dorfszene sind wir letztendlich nach Wels, in die Familienresidenz der Sillers gezogen. Ein traumhaftes Anwesen mit Haus und Garten, wo wir während der Dreharbeiten gewohnt haben, und nebenan ein schönes Grundstück mit einer alten, abgefuckten Hütte, die einfach perfekt für unsere Dorfszenen war. Herzlichen Dank an Mike unseren Kameraman und Koproduzenten und seine Familie für diese einmalige Gelegenheit!

Die Siller’sche Hütte in Wels – photo Gerda

Für die Gang Szene haben wir etwas länger nach einer passenden Location gesucht. Großer Favorit war die stillgelegte Bierbrauerei in Guggenthal. So ein imposantes und einmalig schön gebautes Areal habe ich nicht oft gesehen, und das gepaart mit einem Ausblick auf das Salzachtal und das Salzburger Becken. Dass dieses Gebiet unbewohnt geworden ist, bleibt mir ein Rätsel… Wir waren sehr begeistert umgeben von der alten Atmosphäre, von der ganzen Location und dem Gebäudekomplex. Wegen Einsturzgefahr konnte uns die Genehmigung leider nicht erteilt werden. Unsere Enttäuschung wurde aber von den Besitzern der Brauerei gemildert, indem sie uns einen Tipp von der verlassenen Grusel Klinik in Stangaß gegeben haben.

Ein Teil der stillgelegten Brauerei in Guggenthal

Die Klinik in Stangaß hat Hitler noch vor dem II. Weltkrieg bauen lassen, aber bald diente sie als Lazarett und später als Lungenklinik bis 1996. Nach so langer Zeit sieht man noch immer an den imposanten Marmor Treppen, mit Verzierungen gemeißelten Geländen und an den riesigen Sonnenterassen für die südlich gelegenen Zimmer, dass das Haus wohl der Elite gedacht war. Sie wurde erstmal von den Jungs, FraGue, Mike und Berni erkundet und die Photos haben für sich gesprochen. Man liest zwar viele Gruselgeschichten über die Klinik, die wir alle vor Ort nicht bestätigen konnten. Das Haus steht  seit 10 Jahren komplett verlassen, beinahe alle Fenster eingeschlagen, die Dachkonstruktion teilweise marode. Das Wetter und der Zahn der Zeit haben reichlich ihren Spuren hinterlassen. Trotzdem merkt man, dass die Belegschaft damals von einem Tag auf den anderen ausgezogen und einfach alles liegengelassen hat.  Wir fühlten uns trotzdem schnell heimisch, lernten die Gänge und Stockwerke im Nu auswendig und jede hatte so seine eigene Entdeckungsphasen. Für die Klinik bekamen wir die Genehmigung von den Inhabern, der Baufirma Harlander und Kreuzberger, die uns während der ganzen Drehzeit sehr freundlich und hilfsbereit begleitet haben. Wir haben leider auch feststellen müssen, dass viele andere dieses Ort nicht respektieren und nur hingegangen sind, noch mehr Fenster kaputt zu machen, noch mehr Wände -neben echte Kunstwerk Graffitis – mit Krix-Krax zu beschmieren und zu randalieren. Das ist uns aber Gott sei Dank nur am letzten Tag, nach der Beendigung unseren Drehs passiert.

Das imposante Treppenhaus mit einer der Kunstwerk Graffitis – photo Gerda

 

Ein Teil der ehemaligen Speisesaals – photo Gerda

Zugegeben, die Locationsuche war für mich eines der aufregendsten und am meist inspirierenden Teile in der Vorbereitung für unseren Film Dreh. Die Suche hat sich gelohnt, denn am Ende hatten wir für alle unseren Szenen die beste Location 🙂

Gerda Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Kommentar verfassen