ELSEWHERE – Entwicklungphase

Teil 2 vom ELSEWHERE Behind the Scenes Bericht. Heute geht es um die Entwicklungs- und Konzeptionierungsphase, kurz gesagt, die Kopfarbeit vor dem Dreh. In dieser Zeit waren Mike, Berni, Marty, Gerda und ich am Prozess beteiligt.

Unsere erste Idee war eine Film über die Hip Hop Szene zu machen, in dem Street Credibility als eine konkrete Zahl dargestellt wird, mit der man den Status eines Individuums innerhalb der Gesellschaft ablesen konnte. Dies hätte als eine Komödie in der Gegenwart umgesetzt werden sollen. Sehr bald allerdings haben wir uns anhand mehrer Kriterien entschieden nicht in diese Richtung zu gehen. Erstens haben wir sehr gutes Feedback für den Pied Piper erhalten was Kostüme und Locationsauswahl angeht. Diese Stärke wäre uns verloren gegangen wenn wir einen Gegenwartsfilm in realem Setting gemacht hätten. Zweitens sind fast alle Tanzfilme die zur Zeit erscheinen in genau diesem Genre angesiedelt und wir wollten uns ein bisschen absetzen.

Um nun nicht das Ganze Konzept über den Haufen werfen zu müssen haben wir den Inhalt des Films genommen und in ein postapokalyptisches Setting transportiert. Die zentralen Elemente sind immer noch der eigene Platz in der Gesellschaft, die Wertschätzung Anderer und Teamwork. Zu Beginn haben wir noch in Richtung Komödie gearbeitet und Marty und ich hatten einige sehr schöne Elemente am Start. Im Laufe der Entwicklung haben sich aber sowohl die Musik als auch die Szenen von einer Komödie weg entwickelt, so dass wir schweren Herzens entschieden haben unseren Film nicht lustig zu machen. Während der Entwicklung des Drehbuches haben Marty, Gerda und ich via Skype versucht die Story möglichst spannend aber gleichzeitig sinnvoll zu gestalten. Ich bin sehr froh, dass Marty da am Start war, da er in einigen Bereichen deutlich mehr Ahnung hat als ich und mir mit zusätzlichem Material Denkanstöße gegeben hat, die öfter als einmal zu deutlichen Änderungen in der Entwicklung geführt hat.

Die größte Änderungen gegenüber der letzten Produktion: Wir haben uns auf zwei Hauptrollen festgelegt, die uns durch die Geschichte führen. Die letzten Jahre und Produktionen (Theater und Film) habe ich diesen Schritt vermieden. Es war aber ein notwendiger Schritt um bei der Story mehr in die Tiefe gehen zu können. Soweit ich das momentan beurteilen kann war es eine gute Entscheidung.

Die nächsten Schritte waren die Komposition der Musik, Auswahl der Darsteller, Storyboarding und Kostüme. Über Musik und Kostüme werden wir eigene Beiträge schreiben, deshalb gehe ich heute nur auf Storyboard und Darsteller ein.

The Door of Elsewhere
Planungshilfe an unserer Schlafzimmertüre für die Auswahl der Darsteller und Sammlung von Ideen

Die Sache mit den Darstellern wirkt auf den ersten Blick immer irre schwierig aber im Endeffekt ergibt sich das Ganze von selbst. Glücklicherweise haben wir in dem Umfeld in dem wir arbeiten sehr viele talentierte und motivierte Leute die für Tanzproduktionen aller Art in Frage kommen. Bisher mussten wir deshalb auch nicht casten oder ähnliches. Eher läuft es so, dass ich mit dem Drehbuch schon die Leute vor mir sehe, die für die Rollen geeignet sind. Meist liegt die Entscheidung dann auf der Hand und bisher habe ich bei der Besetzung von Rollen glücklicherweise noch nicht daneben gegriffen. Natürlich gibt es zusätzliche Kriterien wie: haben alle Zeit, wie viele Leute und Drehtage kann ich mir leisten, x wäre gut für diese Rolle aber er könnte auch y, usw. aber im Endeffekt entscheidet hier Bauchgefühl. Wer wirklich dabei war, könnt ihr in unserem ersten Behind the Scene Beitrag zu ELSEWHERE nachlesen. Schön für uns ist, dass sich immer wieder Leute melden die gerne mitwirken würden. Leider können wir hier nicht immer mit Allen arbeiten aber wir hoffen auf größere Produktionen für die Zukunft in denen wir dann mehr Leute vor die Kamera holen können.

Storyboard
Storyboardentwurf für eine Anfangsszene, die wir im Film dann nicht verwendet haben

Storyboarding. Ein neuer Schritt, den wir dieses Jahr zum ersten Mal verwendet haben, ist die Erstellung eines Storyboards. Damit visualisiert man den ganzen Film schon bevor er gedreht wird und plant Kameraeinstellungen, Licht, Setdesign usw. Beim Storyboarden waren wir mit einem 3 Mann Team am Arbeiten: Berni, Mike und ich. Berni hat einige Einstellungen sehr genau heraus gearbeitet und auf viele Details geachtet. Ich habe hingegen versucht möglichst viele Dinge vor zu zeichnen, war aber bei weitem nicht so detailliert (was mit meinen Zeichenskills auch nicht möglich gewesen wäre, siehe oben). Mike hat Denkanstösse gegeben und auf mögliche Probleme hingewiesen.

Am Ende dieser Phase hatten wir also quasi einen Comic von unserem Film vor uns. Mit dieser Vorlage ging es ans Locations aussuchen, Kostüme und Make Up designen. Diese Themen sind aber Material für die nächsten Beiträge.

FraGue Verfasst von:

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