ELSEWHERE – Postproduktion

Unter Postproduktion versteht man alle Arbeiten die nach dem Abschluss des Drehs notwendig sind um den Film auf die Leinwand zu bringen. In unserem Fall war dass:

  1. Schnitt
  2. Farbkorrektur
  3. Intro und Credits
  4. Musik
  5. Sounddesign

In dieser Phase ist das Team schon wesentlich kleiner als zuvor. Die meisten Arbeiten finden vor dem Computer statt und betreffen ein bis zwei Personen gleichzeitig.

Im Schnitt werden die Aufnahmen sortiert und so aneinandergefügt, dass sie Sinn machen und schön anzuschauen sind. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters und in manchen Situationen kann und muss diskutiert werden. Der erste Entwurf des Schnitts war schon sehr gut und wir haben kaum große Änderungen gemacht. Wo ich als Regisseur mich oft eingemischt habe, waren die Teile in denen getanzt wird. Da sind die Geschmäcker vom Cutter und mir nicht so nahe beieinander gelegen. Wir haben dann in den meisten Fällen so geschnitten, dass die Verständlichkeit der Story und die Kontinuität des Tanzes die primären Entscheidungskriterien waren.

An einer Stelle haben wir sogar Rat von mehreren Leuten eingeholt weil wir uns unsicher waren. Allerdings waren die Meinungen dann so geteilt wie bei der Bundespräsidentenwahl 2016, dass wir im Endeffekt doch meinem Bauchgefühl gefolgt sind.

Nach dem fertigen Schnitt passieren dann parallel Musik, Sounddesign und Farbkorrektur.

Die meiste Musik war zur Zeit des Drehens schon fertig. Manche Tanzparts haben aber einfach nicht gut auf die Musik gepasst, bei manchen spontanen Szenen gab es keine Musik und manchmal haben wir aus Dummheit einfach auch die falsche Musik gespielt. Dadurch musste im nachhinein viel Tanz musikalisch vertont werden. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Das Video läuft und Gerda spielt dazu Melodien die so gut als möglich die Bewegungen der Tänzer begleiten. In manchen Fällen, war das recht einfach, aber bei den komplexeren Bewegungsfolgen hat es echt Wochen gedauert bis wir mit einem Ergebnis zu frieden waren.

Sounddesign sind die ganzen Geräusche im Film, die nicht Musik sind. In dieser Produktion haben wir das selbst gemacht, im Normalfall ist das aber ein Job für sich. Nachdem in den meisten Fällen beim Dreh Musik gelaufen ist, konnte man das vorhandene Audio natürlich nicht verwenden. D.h.: alle Geräusche die im Film zu hören sind, haben wir im Nachhinein im Studio oder in den Locations aufgenommen.

Farbkorrektur ist ein Prozess in dem man die Farben des Film nach dem persönlichen Geschmack styled. Dabei geht es um Entscheidungen wie: wie viel Kontrast, wie knallig sind die Farben, bekommt der Film einen gewissen Farbstich, usw.

Zum Abschluss wird der Film natürlich auch noch hergezeigt. Aber den Beitrag über die Premiere haben wir gleich in der Woche danach geschrieben.

Wenn Alles erledigt ist, steht nur noch die Abrechnung an. Man sammelt alle Rechnungen ein und hofft, dass es sich ausgeht und man nix vergessen hat. Bei Elsewhere ist es uns zum ersten Mal passiert, dass die Abrechnung gleich auf den ersten Versuch gepasst hat. Seit 2002 (da habe ich meine erste Veranstaltung abgerechnet) ist so etwas noch nie vorgekommen. Da mache ich gleich ne Flasche auf.

ELSEWHERE geht jetzt erstmal auf Tour zu den Filmfestivals und wir starten in die nächste Produktion.

Vielen Dank fürs Lesen.

FraGue Verfasst von:

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